Im Bundes- und EU-geförderten Projekt „Kita Connect“ diskutieren Akteurinnen und Akteure aus Kitas, Kita-Trägern, Kommunen, Verwaltung, Unternehmen und Verbänden, wie lebensphasenorientierte Personalarbeit in Kindertageseinrichtungen gelingen kann. Die neue Ausgabe „Forschung aktuell“ des Instituts Arbeit und Technik (IAT) vertieft das Thema wissenschaftlich.
Der Fachkräftemangel in Kindertageseinrichtungen gehört zu den größten Herausforderungen für Bildung, Familien und Kommunen. Mit dem Projekt „Kita Connect“ entwickeln das Bildungswerk ver.di in Niedersachsen e. V. und das Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen gemeinsam neue Wege, um pädagogische Fachkräfte langfristig im Beruf zu halten und Kitas als attraktive Arbeitsorte zu stärken. Das Vorhaben wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) sowie die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.
Die zentrale Idee von Kita Connect: Beschäftigte erleben im Laufe ihres Berufslebens sehr unterschiedliche Anforderungen – vom Berufseinstieg über Familienphasen und gesundheitliche Belastungen bis hin zum späteren Berufsausstieg. Klassische Personalinstrumente greifen häufig zu kurz, weil sie diese individuellen Lebens- und Erwerbskonstellationen nicht ausreichend berücksichtigen.
Genau hier setzt das Projekt an. Gemeinsam mit Einrichtungen, Trägern und regionalen Akteurinnen und Akteuren entwickelt Kita Connect praxisnahe Instrumente für eine lebensphasen- und laufbahnorientierte Personal- und Organisationsentwicklung. Geplant sind unter anderem Anforderungs- und Ressourcenlandkarten, Maßnahmenportfolios für Träger und Einrichtungen sowie eine praxisorientierte Toolbox für die betriebliche Umsetzung.
Während das Bildungswerk ver.di die sozialpartnerschaftliche Vernetzung, den Wissenstransfer und die praktische Erprobung in den Einrichtungen verantwortet, bringt das IAT seine arbeitswissenschaftliche Expertise in das Projekt ein. Die Zusammenarbeit zeigt bereits erste Ergebnisse.
In der aktuellen Ausgabe von „Forschung aktuell“ analysieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IAT gemeinsam mit dem Projektteam von Kita Connect die Lebens- und Berufsverläufe pädagogischer Fachkräfte und identifizieren zehn zentrale Lebensphasen, die für die Personalentwicklung in Kitas besonders relevant sind. Die Untersuchung macht deutlich, dass erfolgreiche Fachkräftesicherung weit mehr umfasst als Recruiting und Weiterbildung. Entscheidend sind Arbeitsbedingungen, Entwicklungsperspektiven, Gesundheitsförderung und passgenaue Unterstützung in unterschiedlichen Lebenssituationen.
„Unsere Analysen zeigen, dass sich berufliche und private Anforderungen häufig überlagern. Wer Fachkräfte dauerhaft gewinnen und halten will, muss diese Lebenskonstellationen verstehen und in der Personalarbeit berücksichtigen“, sagt Silke Völz, Projektkoordinatorin und Wissenschaftlerin am IAT.
> Das Projekt „Kita Connect – Innovative Vernetzung für lebensphasen- und laufbahnorientierte Personal- und Organisationsentwicklung in Kitas“ läuft von April 2025 bis März 2028. Vorhabenträger ist das Bildungswerk ver.di in Niedersachsen e. V., wissenschaftlicher Projektpartner das Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule. Gefördert wird das Vorhaben im Programm „Wandel der Arbeit sozialpartnerschaftlich gestalten – weiter bilden und Gleichstellung fördern“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus).
> Die Ausgabe Forschung aktuell 06/2026 „Berufsbiografische Lebenskonstellationen pädagogisch Beschäftigter in Kindertageseinrichtungen: Was lässt sich für die Personalarbeit lernen?“ ist kostenlos abrufbar unter: https://doi.org/10.53190/fa/202606
(Quelle: Pressemittteilung des IAT vom 12.06.2026)
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