Nachbarschaft

Höchst willkommen oder sehr störend – so unterschiedlich kann die Nähe zu den Menschen und ihren Dingen empfunden werden, mit denen wir Tür an Tür wohnen: unseren Nachbarn. Fotografische Impressionen zum Thema „Nachbarschaft“ suchte 2015 der Europäische Architekturfotografie-Preis architekturbild. Die 28 besten Bildserien der internationalen Teilnehmer des Fotowettbewerbs zeigt das Fotoprojekt bild.sprachen vom 20. August bis zum 24. Oktober 2015 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen.

Mit ihren Bildern beziehen die Autoren durch ihre Kamera Stellung zu kulturellen, gesellschaftlichen, politischen Ereignissen, aber auch zu städtebaulichen Entwicklungen. Bereits zum zweiten Mal kommt die Ausstellung mit den besten Bildserien des Europäischen Architekturfotografie-Preises direkt nach der Erstausstellung im Deutschen Architektur-Museum Frankfurt in den Wissenschaftspark Gelsenkirchen. Die Ausstellung wird Donnerstag, 20. August, 19 Uhr, eröffnet und ist bis zum 24. Oktober 2015 zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Die Fotografin Petra Gerschner (Deutschland) setzte sich mit der Bildserie „Gezi gegen Gentrifizierung“ gegen 264 Bildserien aus 14 verschiedenen Ländern durch und gewann den Fotowettbewerb. Sie zeigt auf vier Bildern in einer Art Kurzgeschichte ein dramatisches Ereignis und zwar ohne dieses konkret abzubilden.

Mit zwei zweiten Plätzen wurden Julia Baier (Deutschland) und Claudia Brust (Deutschland) geehrt. Baier thematisiert „Mensch und Natur in der nachbarschaftlichen Enge der Stadt“, Brust erzählt Geschichten zur Marseiller Unité d'habitatio.

Unter den 28 besten Bildserien die ab August im Wissenschaftspark zu sehen sein werden, sind weitere 16 Arbeiten aus Deutschland – es werden Bilder von Frauke Bergemann, Dirk Brömmel, Peter Franck, Aras Gökten, Kai-Uwe Gundlach, Enver Hirsch, Torsten Andreas Hoffmann, Matthias Jung, Stefan Koch, Anna Lehmann-Brauns, Eckhart Matthäus, Ulrike Manestar, Joel Micah Miller, Philipp Ortmann, Bernd Seeland und Lutz Sternstein gezeigt. Aus der Schweiz stellen aus: Stefan Jaeggi, Marc Latzel sowie Johannes Marburg. Außerdem tragen Kati Bruder, Stefan Rasinger und Walter Oczlon aus Österreich ihre Impressionen zur Ausstellung bei. Die Serie des belgischen Fotograf Herman van den Boom ist ebenfalls im Wissenschaftspark zu sehen. Spannend sind auch die Fotobeiträge aus den asiatischen Ländern; Tsang Ka Wai (EasonPage) aus Hongkong und Shimizu Ken aus Japan präsentieren ihre Vorstellungen zum Thema Nachbarschaft.

„In allen Fotoserien spielt die räumliche Nähe die Hauptrolle“, sagt bild.sprachen-Projektleiter Peter Liedtke. Dabei betrachten die Fotografinnen und Fotografen auf ihren Bildern nicht nur die Nähe zu anderen Menschen, sondern auch die Nähe von Gebäuden oder, ganz allgemein, die Nachbarschaft von Dingen. Nähe – so zeigt die Ausstellung - kann sowohl  von Einklang als auch von Disharmonie geprägt sein.

architekturbild, der Europäische Architekturfotografie-Preis, wird seit 1995 alle zwei Jahre ausgeschrieben, seit 2003 vom gemeinnützigen Verein architekturbild e.V., seit 2008 in Kooperation mit dem Deutschen Architekturmuseum (DAM). Im Mittelpunkt steht die künstlerisch-kulturelle Bedeutung der Architekturfotografie für die Auseinandersetzung mit der gebauten Umwelt in der Mediengesellschaft. Bewusst ist der Preis als Gegenpol zu einer zu einseitigen Entwicklung der Architekturfotografie in der Fachzeitschriftenlandschaft konzipiert.

Zur Vernissage am 20. August 2015, 19 Uhr wird Tim Rieniets, Geschäftsführer StadtBauKultur NRW, unter dem Titel „Wir sind die Stadt! Wie aus Beziehungen Urbanität entsteht“ referieren. Zusätzlich gibt es eine Einführung in die Ausstellung von Christina Gräwe einem Vorstandsmitglied des architekturbild e.v., die als Kuratorin und Publizistin bei der kuratorenwerkstatt arbeitet. Musikalisch wird die Veranstaltung von Maik Hester (Akkordeon) begleitet.

Die Ausstellung ist vom 20. August bis zum 24. Oktober 2015 werktags von 6 bis 19 Uhr, samstags von 7.30 bis 17 Uhr, in der Arkade des Wissenschaftsparks Gelsenkirchen, Munscheidstr. 14, zu sehen. Der Eintritt ist frei. 

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