Mittwoch, 25. November 2020

"Müssen wir wieder die Koffer packen?"

Vortrag der ISG-Dokumentationsstätte "Gelsenkirchen im Nationalsozialismus"

Aufgrund der Corona-Pandemie finden die Veranstaltungen der regelmäßigen Veranstaltungreihe der Dokumentationsstätte "Gelsenkirchen im Nationalsozialismus", vorübergehend im Wissenschaftspark statt. Mit der Dokumentationsstätte, die sich in einem ehemaligen Polizeigebäude, das wärend der NS-Zeit unter anderem auch Sitz einer NSDAP-Ortsgruppenleitung war, ist das Institut für Stadtgeschichte dem Arbeitskreis NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW e.V. angeschlossen. Eine Dauerausstellung setzt sich dort mit der Geschichte des nationalsozialistischen Regimes in der Stadt Gelsenkirchen auseinander.

Am 28. Oktober 2020 ist ab 19 Uhr  Dr. L. Joseph Heid aus Duisburg zu Gast. Der Vortrag mit anschließender Diskussion widmet sich der Lage der Juden in der Bundesrepublik. Es handelt sich um eine gemeinsame Veranstaltung der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e. V. und des Instituts für Stadtgeschichte Gelsenkirchen

Nach dem Holocaust hat es bei den in Deutschland lebenden Juden sprichwörtlich immer geheißen, sie säßen auf gepackten Koffern. Dann, als sich ihre Situation konsolidiert hatte, hieß es, die Koffer seien nunmehr ausgepackt. Dies hat sich ganz offensichtlich im wiedervereinigten Deutschland geändert: Spätestens nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle hat sich in der Bundesrepublik wieder ein alt-neuer Antisemitismus breitgemacht, der bei den Juden die Frage aufwirft, ob die Koffer wieder gepackt werden müssen. Wie sicher ist jüdisches Leben in Deutschland?

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

> Eine Anmeldung bis zum 24. November 2020 wird erbeten per Telefon unter 0209 169-8551 oder per E-Mail über isg@gelsenkirchen.de.

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