210 Schüler*innen testen Technik, die begeistert

Video  erschienen: Zehn Gelsenkirchener Unternehmen unterstützten den zdi-Techniktag zur Nachwuchsförderung 

Wie die Technik laufen lernt, wurde schnell klar beim zdi Techniktag, den das zdi-Netzwerk aus dem Wissenschaftspark in der Gesamtschule Buer-Mitte organisierte. Foto: ELE / Marc Dahlhoff

"Was mit Technik!" Diese Antwort fällt - gemessen am Bedarf der Unternehmen - viel zu selten, wenn man Jugendliche in Gelsenkirchen nach ihren Berufswünschen fragt. Zehn Unternehmen und Institutionen aus der Stadt schickten ihre Auszubildenden zum ersten zdi-Techniktag Mitte Februar, und zwar mit großem Equipment und einer klaren nicht-technischen Mission: Möglichst viele der 210 Schüler*innen der Jahrgangsstufe 9 in Praxisworkshops für Technikberufe zu gewinnen. Das Setting war ausgesprochen günstig, lieferte doch der parallel laufende Lokalentscheid um das Ticket zum landesweiten zdi-Robotikwettbewerb gleich nebenan Technikbegeisterung pur. Das zeigt jetzt auch ein kurzes Video, das im Auftrag des zdi Netzwerks gedreht wurde.

Das Team „Pirobs 07“, eine Arbeitsgemeinschaft der Hauptschule Hachhausen aus Datteln, setzte sich gegen zehn Konkurrenzteams durch. Während die Ausbildenden der ELE Emscher Lippe Energie als Schiedsrichter*innen beim Wettbewerb im Einsatz waren, standen gleich nebenan in der Mensa die Auszubildenden und Mitarbeiter*innen neun weiterer Firmen parat, um kleinen Schülergruppen technische Aufgaben zu stellen, sie bei der Lösung zu unterstützen und dabei gleichzeitig neugierige Fragen zu ihrer Berufswelt zu beantworten. An Modellen, Bausätzen, mit Robotern, hinter Plexiglas in VR-Brillen gab es hier Allerhand fachgerecht zu inspizieren, zu programmieren, zu verkabeln, zu verdrahten, zu feilen, zu schweißen, zu steuern und in Betrieb zu nehmen:

So wurde am Stand der 5Minds IT-Solutions GmbH & Co. KG die Digitalisierung der Arbeitswelt am Beispiel der prozessbasierten Software-Entwicklung dargestellt. Hier konnten auch die Lego Mindstorms Roboter - wie sich auch beim Wettbewerb im Einsatz waren - unter fachkundiger Anleitung selbst programmiert werden.

Gegeneinander antreten konnten die Schüler*innen am Stand der BOGESTRA: Gewerbliche Auszubildende präsentierten ein selbst geplantes Stadion, in dem auf zwei Tore gespielt werden konnte. Damit die Technik sichtbar ist, hatten die angehenden Industriemechaniker*innen, Mechatroniker*innen und Elektroniker*innen das Innenleben hinter Plexiglas montiert. 

Einblicke ganz besonderer Art gab es zudem am Stand der Firma RHZ Handwerkszentrum GmbH, Kanalinspektion und -sanierung. Mit Hilfe eines digitalen Inspektionssystem für Abwasserleitungen durften die Schülerinnen ein selbst aufgebautes, kleines verzweigtes Netz von Abwasserleitungen untersuchen.

Praktisch ging es auch an der Elektrostation der Firma Elektro Gerhardt zur Sache: mit Seitenschneider, Abisolierzange und Schraubendreher wurden Kabel abgelängt, abisoliert, Schalter und Steckdosen verkabelt. Und am Stand der ZF Automotive Germany GmbH durften die Schüler*innen Drähte ziehen, und zwar nach einem Stromlaufplan für eine Ampelsteuerung, die sie zuvor selbst - unter fachgerechter Anleitung - programmiert hatten.

Draht spielte auch eine Rolle am Stand der Voigt & Schweitzer GmbH & Co. KG. Hier wurde über Verzinkungsprozesse und die Berufsbezeichnung "Verfahrensmechaniker (m/w/d) für Beschichtungstechnik" informiert und im praktischen Teil ging es darum, Bauteile anzudrahten und Werkstücke zu feilen. Am Stand der Firma Heinricht Schmid GmbH konnten Werkzeuge aus dem Maler- und Lackiererhandwerk ausprobiert werden.

Bei der Firma GELSEN-NET wurden Beruf rund um die Telekommunikation vorgestellt. Ohne Materialeinsatz konnte am Stand des Bildungszentrums Gelsenkirchen der GSI-Gesellschaft für Schweißtechnik International mbH geschweißt werden: am virtuellen Schweißtrainer, der auch für die Berufsausbildung eingesetzt wird. Auch bei der Agentur für Arbeit ging es virtuell mit VR-Brillen zu. Die Berufsberatung stellte sicher, dass Fragen auch zu anderen technischen Berufswünschen der Jugendlichen in passende Bahnen gelenkt wurden.

"Der Techniktag ist ein neues Format, mit dem wir ganz bewusst zentrale Aufgaben und Akteure aus konkreten Berufswelten in Gelsenkirchen direkt in die Schulen bringen. In Kombination mit dem Robotikwettbewerb glauben wir, dass bei vielen Schüler*innen der berühmte "Funke" für eine technische Berufswahl früh genug überspringt. Wichtig ist uns dabei, dass die Schüler*innen Auszubildende aus Gelsenkirchen kennen lernen können", sagt Dr. Thorsten Balgar, zdi-Koordinator   Gelsenkirchen.

> Video

Träger des zdi-Netzwerks Gelsenkirchen ist der gemeinnützige Förderverein „Klimabündnis Gelsenkirchen-Herten e.V.“, Durchführungspartner ist die Wissenschaftspark Gelsenkirchen GmbH.

www.zdi-gelsenkirchen.de

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Das Siegerteam Pirobs 07 setzte sich gegen zehn Konkurrententeams durch. Foto: ELE / Marc Dahlhoff

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