27.08.2019

Pixelprojekt_Ruhrgebiet: Wer kann Kinderarmut in Bilder fassen?

Aufruf an Fotograf*innen für eine neue Fotoausstellung im Wissenschaftspark Gelsenkirchen - Einsendefrist: 30. November 2019

(C) Foto: Harald Hoffmann

Seit vielen Jahren schon zeigen Statistiken, dass sich Deutschland zu einem Land der Land der Superreichen und gleichzeitig der Superarmen entwickelt. Im Fokus dieser „Parallelwelten“ steht – neben der ungleichen Einkommensverteilung – vor allem die Kinderarmut. Fast jedes fünfte Kind in Deutschland ist laut WSI_Kinderarmutsbericht (2017) von Armut betroffen, im Ruhrgebiet  laut UNICEF –Studie sogar mehr als jedes dritte Kind. In Gelsenkirchen, einer Stadt, die laut jüngsten Zahlen der Bertelsmannstiftung als ärmste Stadt Deutschlands gilt, will das Pixelprojekt_Ruhrgebiet die Probleme und Lösungswege rund um die Kinderarmut in einer Fotoausstellung thematisieren und bittet Fotograf*innen aus ganz Deutschland um Einsendung von Beiträgen bis zum 30. November 2019.

„Keines der von Armut betroffenen Kinder ist für dieses Schicksal selbst verantwortlich und ein jedes hat ein besseres Leben verdient. Fotografie hat nicht die Möglichkeit, Zahlen zu belegen, kann aber dafür sorgen, dass man ein Gefühl dafür bekommt, was dieses Schicksal für jedes einzelne Kind bedeuten kann. Fotografie kann emotionalisieren, zum Denken anregen, den Diskurs befeuern und im besten Fall zum Handeln animieren“, sagt Pixelprojekt-Leiter und Initiator der Ausstellung Peter Liedtke.

Fotoarbeiten unterschiedlicher Bildautor*innen, so die Idee, können auf das Schicksal in Armut lebender Kinder hinweisen und ein politisches Klima, das nach Veränderungen schreit, fördern.  „Gefragt sind nicht nur Bilder der Armut, sondern auch Bilder, die die Diskrepanz zwischen Arm und Reich zeigen, Initiativen, die sich mit Förderung von Kindern auseinandersetzen, Bilder, die betroffen machen, aber auch nachdenklich, vielleicht sogar ein Lächeln produzieren oder Hoffnung verbreiten und positive Beispiele von Engagement und Hilfen zeigen“, heißt es in dem Aufruf.

Die Ausstellung „Parallelwelten“ ist nicht auf Bilder des Ruhrgebiets beschränkt. Künstlerische, konzeptionelle und abstrakte Arbeiten sind ausdrücklich gewünscht, genauso wie journalistische und dokumentarische Ansätze.

Interessierte Fotograf*innen werden gebeten, eigene Bilder, für die sie Inhaber aller Rechte sind, bis zum 30. November 2019 zur Vorauswahl in geringer Auflösung an peter.liedtke@bildsprachen.de zu senden. Hochauflösende Produktionsdaten werden für die ausgewählten Fotos der Ausstellung im Dezember angefordert. Produktion und Ausstellung erfolgen mit  Unterstützung von Diakonie Gelsenkirchen, Wissenschaftspark Gelsenkirchen, Sparkasse Gelsenkirchen und Stadt Gelsenkirchen. Die Ausstellung „Parallelwelten“ wird im Wissenschaftspark Gelsenkirchen vom 6. Februar bis zum 9. Mai 2020 zu sehen sein.

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