Hacken für IT-Sicherheit

Das Gelsenkirchener Startup AWARE7 ist in den Wissenschaftspark eingezogen - 15 IT-Experten gehen kompetent und unterhaltsam gegen Sicherheitslücken vor

Neu im Wissenschaftspark: die AWARE7 GmbH. Im Bild: Geschäftsführer und Mitgründer Chris Wojzechowski.

Das Gelsenkirchener Startup AWARE7 ist in den Wissenschaftspark Gelsenkirchen eingezogen - 15 IT-Experten gehen kompetent und unterhaltsam gegen Sicherheitslücken vor

Die Windenergiefirma war kaum weg, da ist in Windeseile ein neuer Mieter in den Wissenschaftspark eingezogen: Das Cyber Security-Startup AWARE7 GmbH hat im Handumdrehen 15 IT-Experten aus verteilten Standorten im Kreativquartier Ückendorf samt Laptops und Mobiliar auf einer Pavillionebene zusammen geholt. Die noch junge Geschichte der AWARE7 GmbH vermutet man eher in Berlin oder in Palo Alto, doch sie spielt mitten im Ruhrgebiet.

"Der ganze Umzug hat reibungslos geklappt", freut sich AWARE7-Geschäftsführer Chris Wojzechowski. Die schnelle Entscheidung für den Standort Wissenschaftspark hat er nicht bereut. Denn die Nachfrage "zerrt" an AWARE7, zwingt das innovative Startup zur Konzentration auf das Kerngeschäft: wissenschaftlich fundierte IT-Security in Kombination mit unterhaltsamen Live-Hacking-Shows. "Überall wo Daten gesammelt, verarbeitet und versendet werden, werden wir gebraucht. Unsere Shows werden überall gebucht, von der Grundschulklasse bis zum börsennotierten Konzern", sagt der Gründer, der an der Westfälischen Hochschule "Internet-Sicherheit" studiert. Dort lernte er seinen heutigen Co-Geschäftsführer Matteo Große-Kampmann  am Institut für Internet-Sicherheit kennen.

Mit IT-Kompetenz und Spaß an Events entdeckten die beiden IT-Security-Studierenden das "Live-Hacking", das schon seit 2006 etablierter Bestandteil regelmäßiger Studieninfotage war, für sich. "Wir wurden als Duo immer öfter nachgefragt. Mitte 2018, auf der Messe IT-SA in Nürnberg, haben wir uns gemeinsam mit unserem Professor überlegt, dass IT-Sicherheits-Awareness auch potentiell tragfähig wäre für die Gründung eines Unternehmens", berichtet der 30jährige Unternehmer. Anfang 2019 wurde das Unternehmen mit Prof. Dr. Norbert Pohlmann als Mitgesellschafter im Handelsregister eingetragen - und ist seitdem auf Wachstumskurs.

In den Live-Hacking Events verblüffen die IT-Experten ihr Publikum unter anderem damit, wie leicht und schnell Passwörter geknackt, Daten gestohlen, Identitäten im Netz übernommen, Anlagen und Geräte - wie zum Beispiel die Drohne in der Show - ferngesteuert werden können. Hinter der Infotainment-Dienstleistung, die so locker-flockig daher kommt, liegen sehr komplexe Abläufe. "Wir müssen viele Daten sammeln, speichern und mit hoher Performance liefern", erklärt Wojzechowski. Die gute Internetanbindung im Wissenschaftspark, doppelt per Glasfaser und Koaxialkabel, ist für AWARE7 essentiell. Ebenso wichtig sind IT-Fachleute mit neuen Ansätzen und guten Ideen: "Zwischen Ruhruniversität und Westfälischer Hochschule haben wir viele Bewerbungen. Wir betreuen regelmäßig Abschlussarbeiten. Über Fachkräftemangel können wir jedenfalls nicht klagen."

Auch die Bahnhofsnähe des Standorts ist für das Unternehmen ideal. Denn die Live-Hacking-Shows werden mittlerweile in ganz Deutschland, und darüber hinaus gebucht. Erste Vorträge in englisch liefen bereits. Außerdem erschließen sich die IT-Spezialisten von AWARE7 aktuell weitere Sparten. So decken sie Sicherheitslücken in Hard- und Software mit Penetrationstests im Kundenauftrag auf. Sie begleiten und unterstützen ihre Kunden mit Beratungs-, Service- und Schulungsdienstleistungen zudem auch beim Schließen entdeckter Sicherheitslücken.

Jüngstes Produkt von AWARE7 ist das Digital Risk Management-Tool RISK REX. Das Online-Tool analysiert menschliche wie technische Schwächen von Organisationen und berechnet einen IT-Security Score, mit dem Erfolge von IT-Security-Investitionen messbar werden. Wer es ausprobieren möchte: die LITE-Version www.riskrex.de bietet einen kostenfreien IT-Security Scan an.

"Wir freuen uns, dass so ein junges, dynamisches Unternehmen wie AWARE7, das sich ursprünglich im  Kreativquartier Ückendorf niedergelassen hatte, sich nun auch im Wissenschaftspark wohl fühlt, und gleichzeitig dem Stadtteil als Impulsgeber erhalten bleibt. Das Beispiel zeigt, wie Wissenschaftspark und Kreativquartier sich ergänzen", sagt Wissenschaftspark-Geschäftsführer Stefan Eismann.

Am Standort Wissenschaftspark will das Unternehmen erst einmal länger bleiben. Selbst wenn Fingerabdrücke und Iris-Scans irgendwann die leidigen Passwortfragen komplett erledigen sollten, blickt Chris Wojzechowski gelassen in die Zukunft: "Die Kriminellen sind immer zwei bis drei Schritte voraus. Die Betrugsmaschen ändern sich, Cyber-Attacken wechseln von der E-Mail auf WhatsApp, Telegram und andere Messenger. Cybercrime ist günstig und kann von überall her kommen. Erste Studien zeigen, dass es inzwischen die Drogenkriminalität überholt hat", sagt der IT-Experte. In der immer länger werdenden Kundenliste auf der Webseite von AWARE7 finden sich nicht umsonst auch viele Anbieter so genannter "kritischer Infrastruktur“ wie zum Beispiel Sparkassen, Gelsenwasser oder die Münchener Rückversicherungsgesellschaft.

>https:// aware7.de

[Quelle: Presseinfo Wissenschaftspark vom 24.02.2020]

< zurück

Newsletter abonnieren