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Symbol der IBA

„Sanfte Technologien“ treten an die Stelle von Kohle und Stahl. Der Wissenschaftspark war eines der größten Projekte der Internationalen Bauausstellung Emscherpark (IBA). Seine Aufgabe: einer vom Niedergang der Montanindustrie wirtschaftlich wie städtebaulich gezeichneten Stadt neue Perspektiven eröffnen. Der Standort auf einem ehemaligen Stahlwerk, die städtebauliche Einbindung mit Grünfläche und See im dichtbebauten Stadtteil und die offene Architektur stehen für den Neuanfang einer ganzen Region, die - ihrer Vergangenheit bewusst - neue Wege geht.

Strukturwandel

Der Wissenschaftspark Gelsenkirchen ist ein Stück Strukturwandel im Ruhrgebiet, Europas größtem Ballungsraum. Architektur und Programm dieses Ortes stehen für Orientierungswechsel und Aufbruch in neue Arbeitsfelder. Die Wissenschaftspark Gelsenkirchen GmbH vermarktet Flächen für Büros und Veranstaltungen und bietet Consulting- und Projektmanagement-Leistungen an.

Architektur

Der Wissenschaftspark wurde von den Architekten Kiessler + Partner, München, konzipiert. Neben dem Architekturpreis der West-Hyp-Stiftung (1994), wurde das Gebäude auf der Internationalen Immobilienmesse in Cannes (MIPIM 1995) vorgestellt und als „eines der besten Business-Center in Europa" mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Auch der „Deutsche Architekturpreis 1995", der als größter bundesweiter Architektenwettbewerb alle zwei Jahre unter Schirmherrschaft der Bundesarchitektenkammer von der Ruhrgas AG ausgelobt wird, ging an den Wissenschaftspark. Die Anerkennung gilt unter anderem der Entscheidung des Architekten, die Gebäude an den Rand des Grundstücks zu setzen und damit in der dichtbesiedelten Innenstadt von Gelsenkirchen eine englische Parklandschaft mit See als Naherholungsfläche zu schaffen.

Solarstromkraftwerk

Mit einem der größten auf einem Dach errichteten Solarstromkraftwerke zeigte der Wissenschaftspark weltweit erstmalig, dass die Gewinnung von Solarstrom auch in Ballungsräumen und in unseren Breitengraden ohne große Flächenvernichtung sinnvoll ist. Für die bereits 1996 errichtete Solaranlage war eine Investitionssumme von DM 6 Millionen erforderlich, die aus Mitteln der Europäischen Union (Förderprogramm THERMIE), des Landes NRW und der RWE Energie AG bereitgestellt wurde.  Bei der Erstellung der Solaranlage wurden gezielt Unternehmen aus der Region berücksichtigt, um regionale Arbeitsplätze in dieser Zukunftsbranche zu sichern.

Die Errichtung dieser "Pionieranlage" sorgte jahrelang international für Aufsehen, unter anderem auf der Weltklimakonferenz in Kyoto sowie als Bestandteil des "Solardreieck Emscherpark" während der Weltausstellung EXPO 2000. Der Wissenschaftspark Gelsenkirchen wurde mit der Solaranlage als internationale Plattform für Zukunftsenergien bekannt und gilt als "Wiege der Solarstadt Gelsenkirchen".

Technische Daten des Solarkraftwerks:

Zellenmaterial: monokristallin
Zellenfläche: ca. 1.236 m2
Wirkungsgrad: max: 17%
Orientierung: Süd
Zellen/Modul: 16 x 6
Neigung: 28°
Modulmaße: 810 x 2.090 mm
Netzeinspeisung: ja
Gesamtleistung: 210 kWp
Jahresenergie: ca. 150.000 kWh/a
Modulleistung: 234 Wp
Lebensdauer: ca. 30 Jahre
Belegungsgrad: 90,00%
Modulfläche: 1.521 m2

Solardreieck Emscher-Park

Während der EXPO 2000 rückte der Wissenschaftspark als ein Eckpunkt im Solardreieck Emscher Park ins Blickfeld: Gemeinsam mit der benachbarten Solarzellenfabrik Shell AG/Pilkington in GE-Rotthausen und der weltgrößten dachintegrierten Solaranlage auf Mont-Cenis in Herne-Sodingen bot sich den Besuchern hier ein einzigartig aktueller Überblick über den Stand der Photovoltaik in Forschung, Produktion und Anwendung.

Geschichte: Kohle und Stahl

Wo 1995 der Wissenschaftspark Gelsenkirchen eröffnet wurde, waren einst Kohle und Stahl beheimatet: Auf dem Gelände des Technologiezentrums wurde 1861 ein Gussstahlwerk errichtet, dessen Gebäude noch bis 1985 das Gelände in unmittelbarer Nähe des Gelsenkirchener Hauptbahnhofs prägten. Auch Schacht VI, ein Wetterschacht, der 1931 geschlossenen Zeche Rheinelbe, stand auf diesem Grundstück. Und im Gründugnszentrum an der Leithestraße nutzen heute Unternehmen das ehemalige Casino der Zeche Rheinelbe für Ihren Firmenstart. 

Dr. Stefan Goch, Institut für Stadtgeschichte, hat die wichtigsten industriegeschichtlichen Daten zu diesen zwei Standorten zusammengetragen.

Zeche Rheinelbe

Geschichtliche Entwicklung der Zeche Rheinelbe:

1845 finden erste Mutungen für Zechenfelder in Ückendorf dicht hinter dem Gelsenkirchener Bahnhof statt.

1848 werden die Zechenfelder unter dem Namen Rheinelbe vereinigt.

1855 beginnen die Arbeiten für die Rheinelbe-Schächte I und II.

Erst 1861 kann, wegen wassertechnischer Probleme, mit der Förderung auf Schacht I begonnen werden. Auf Schacht II beginnt 1877 der Förderbetrieb.

1877 konsolidieren die Zechen Rheinelbe und Anna zur "größten Zeche im Ruhrgebiet". Sie heißen nun Vereinigte Rhein-Elbe und Anna und werden zur Stammzeche der Gelsenkirchener Bergwerks AG.

1892 wird Schacht IV abgeteuft.

1901 wird Schacht III abgeteuft.

1925 wird Schacht I stillgelegt.

1931 wird die komplette Anlage geschlossen und auf die Zechen Pluto und Holland aufgeteilt.  

Gussstahlwerk

Geschichtliche Entwicklung des Gussstahlwerkes Gelsenkirchen:

1861 entstand aus einer Nagelschmiede die Eisengießerei Gebrüder Strassburger.

1865 trat Wilhelm Munscheid als Kaufmann und Geldgeber in das Unternehmen ein, das von den Gebrüdern Hermann und Johann Strassburger als Schlosserei und Eisengießerei betrieben wurde. Das Unternehmen hieß nun Handelsgesellschaft Gebrüder Strassburger & Co., aus der 1885 die Wilhelm Munscheid, Eisengießerei und Maschinenfabrik wurde und deren Inhaber Wilhelm Munscheid war.

1874 gründeten Wilhelm Munscheid und Hermann Strassburger ein neues Werk, das Gussstahlwerk Munscheid & Co.

1889 erfolgte die Gründung der Gelsenkirchener Gussstahl- und Eisenwerke AG, vormals Munscheid & Co., zu dem Zweck, die beiden Firmen Wilhelm Munscheid & Co. (früher Gebrüder Strassburger & Co.) und das Gussstahlwerk Munscheid & Co. zu erwerben und die Betriebe weiterzuführen.

Nach einer Modernisierungsphase wurde 1907 ein Martin-Stahlwerk in Betrieb genommen, die alte Tempergießerei geschlossen.

1916 - im Ersten Weltkrieg - erhielt die Firma den Namen Gelsenkirchener Gußstahl- und Eisenwerke AG.

1919 erfolgte der Bau des Verwaltungsgebäudes an der Bochumer Straße (heute Arbeitsgericht), für das sich die Bezeichnung "Gelsenguss" eingebürgert hatte.

1920 erwarb die Gebrüder Stumm GmbH (Sitz: Neunkirchen, Saargebiet, später Firmensitz Düsseldorf) Anteile an der Gelsenkirchener Gussstahl- und Eisenwerke AG, die diesen Namen seit 1916 führte.

Während andere Teile des Rohde Stumm Konzerns 1926 in die Vereinigte Stahlwerke AG eingebracht wurden, ging die Mehrheit des Aktienkapitals von Gelsenguss an die Rohde Stumm Gruppe über. Aus der Gelsenkirchener Gussstahl und Eisenwerke AG wurde 1926 die Rheinisch Westfälische Stahl-und Walzwerke AG in Gelsenkirchen gegründet.

1930 wurde das Gussstahlwerk Teil der Vereinigten Stahlwerke AG, indem die Rheinisch Westfälische Stahl- und Walzwerke AG von der neugegründeten Ruhrstahl AG übernommen wurde. Die neue Firmenbezeichnung lautete Ruhrstahl AG - Gelsenkirchener Gussstahlwerk.

1945 wird das Werk nach erheblichen Bombenangriffen stillgelegt. Kann aber bereits 1946 die (begrenzte) Produktion wieder aufnehmen.

Im Zuge der Entflechtung nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm 1947 die Gussstahlwerk Gelsenkirchen AG die Betriebsführung der Ruhrstahl AG Gelsenkirchener Gussstahlwerk.

Die Gussstahlwerk Gelsenkirchen AG wurde durch die Rheinisch-Westfälische Eisen und Stahlwerke AG in Mülheim/Ruhr 1954 übernommen.

Die Rheinisch Westfälische Eisen und Stahlwerke AG fusionierte 1957 mit den Rheinischen Stahlwerken, so dass die Gussstahlwerk Gelsenkirchen AG von nun an dem Rheinstahlkonzern angehörte.

Ab 1969 firmierte das Unternehmen als Rheinstahl Gießerei AG mit Sitz in Mülheim/Ruhr.

1973/74 erfolgte die Übernahme von Rheinstahl durch Thyssen. Damit kam auch das Gussstahlwerk Gelsenkirchen zu Thyssen.

1976 wurde der Firmenname von Rheinstahl AG in Thyssen Industrie AG geändert, so dass das Gussstahlwerk von nun an zur Thyssen Giesserei AG gehörte.

1982 beschloss der Aufsichtsrat die Verlagerung des Gussstahlwerks Gelsenkirchen zur Thyssen Henrichshütte AG nach Hattingen.

1983 begann die schrittweise Verlagerung des Werkes nach Hattingen.

1984 wurde die Produktion in Gelsenkirchen endgültig eingestellt.

1985 wurden die Fabrikanlagen, bis auf das Verwaltungsgebäude, abgerissen.

1990 begannen die Modernisierungsarbeiten am alten Verwaltungsgebäude des ehemaligen Gussstahlwerkes.

1995 zog das Arbeitsgericht in das modernisierte Verwaltungsgebäude an der Bochumer Straße ein.

1995, am 23. März, wurde der Wissenschaftspark Rheinelbe auf dem Gelände des Gussstahlwerks offiziell durch den damaligen Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein Westfalen, Johannes Rau, eröffnet.

Kontakt

Dr. Heinz-Peter Schmitz-Borchert

Geschäftsführer

Telefon 0209.167-1004

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