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von der Mühlen, Michael
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Kongress „Zukunftsenergien im Ruhrgebiet“ am 8. / 9. Oktober 2003 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen Grußwort: Michael von der Mühlen, Stadtdirektor der Stadt Gelsenkirchen
Sehr geehrter Herr Minister, [Horstmann]
sehr geehrter Herr Prof. Dr., [Griepentrog]
sehr geehrter Herr Bundestagsabgeordneter, [Scheer]
meine sehr geehrten Damen und Herren,
Sie sind heute und morgen zu Gast in einer Stadt, die seit vielen Jahren daran arbeitet, den Strukturwandel auch mit Hilfe der Entwicklung und Verbreitung von Zukunftsenergien zu bewältigen. Das Spektrum der Zukunftsenergien reicht dabei vom Grubengas aus der bergbaulichen Vergangenheit bis zur Photovoltaik und der Brennstoffzellentechnologie.
Gelsenkirchen hat im vergangenen Jahrzehnt mit der verstärkten Nutzung und Förderung der Photovoltaik ein besonderes Profil entwickelt. Unterstützt vom Land Nordrhein-Westfalen hat sich die Stadt das Ziel gesetzt, von der Stadt der 1000 Feuer zur „Solarstadt“ zu werden.
Gelsenkirchen präsentiert sich in der Öffentlichkeit bereits seit einigen Jahren mit einer Vielzahl von Projekten und Aktivitäten als Solarstadt. Der Wissenschaftspark ist ein Kompetenzzentrum für Solarenergie. Er zeigt aber auch den Wandel der Arbeit auf – der Standort charakterisiert die Veränderung von der maschinenorientierten Schwerstarbeit im ehemaligen Gussstahlwerk hin zur menschenorientierten Arbeit in der Dienstleistungsgesellschaft.
Gelsenkirchen ist Standort zweier Solarfabriken, der Solarzellenfabrik der Shell Solar Deutschland GmbH und der Solar-Modulproduktion der Scheuten Solar Technology, die in diesem Sommer aus der Flabeg Solar International hervorgegangen ist. Gelsenkirchen ist Standort von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Hier sind Menschen in vielfältiger Weise mit der Solarenergie beschäftigt, sei es im Wissenschaftspark, an der Fachhochschule oder im Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme, das auf dem Pilkington-Gelände in Gelsenkirchen-Rotthausen ein Laborcenter betreibt.
Solare Projekte verändern langsam das Stadtbild in Gelsenkirchen: Die Solarsiedlung „Am Sonnenhof“ im Stadtteil Bismarck wurde als erste Solarsiedlung im Ruhrgebiet errichtet, dazu die Lindenhof-Siedlung der LEG im Stadtteil Erle als „Solarsiedlung im Bestand“. Hinweisen möchte ich an dieser Stelle auf das Solarsegel an der Arena AufSchalke, auf die Photovoltaik-Solaranlage am Verwaltungsgebäude der PeinigerRöRo GmbH in Heßler und auf die Ende 2002 in Betrieb genommene PV-Anlage auf dem Betriebshof der BOGESTRA, mit 250 kWp die derzeit größte in der Stadt. Besonders erwähnenswert ist die Agenda 21-Solaranlage auf dem Dach eines städtischen Gebäudes in der Innenstadt. Diese Agenda 21-Solaranlage wurde mit Geldern errichtet, die Gelsenkirchener Schülerinnen und Schüler in einem „Solidarlauf“ erlaufen haben. Zwei weitere Agenda 21-Solaranlagen werden derzeit bereits im Nordsternpark und am Busbahnhof vorbereitet. Die Stromeinspeiseerlöse dieser Anlagen kommen neuen Photovoltaik -Projekten in Entwicklungsländern zugute.
Weitere Informationen enthält unser Internet-Auftritt www.solarstadt-gelsenkirchen.de. Seit gut eineinhalb Jahren arbeitet die Stadt gemeinsam mit vielen Partnern und Akteuren an der Aufgabe, das Profil der Solarstadt noch verbindlicher und erkennbarer zu gestalten. Auch wird eine stärkere Vernetzung, Koordinierung und Bündelung möglichst aller Solarstadt-Aktivitäten als notwendig angesehen.
Diesem Anspruch soll auch und gerade die Stadt als Träger des Prozesses glaubhaft gerecht werden. Ich muss Ihnen nicht viel zu den grundsätzlichen Schwierigkeiten eines solchen Prozesses sagen. Allein der Hinweis auf die bleibend schwierige Haushaltslage der Stadt und auch des Landes verdeutlicht die sehr eng bemessenen Handlungsspielräume. Dennoch wollen wir „am Ball“ bleiben.
Die Entwicklung der Solarstadt Gelsenkirchen wurde zwischenzeitlich vom Rat der Stadt als gesamtstädtisches Oberziel verankert, eine Selbstverpflichtung und ihre Überprüfbarkeit anhand von Solar-Indikatoren ist in Arbeit. Wir denken in enger Kooperation mit dem Wissenschaftspark über einen Förderverein Solarstadt Gelsenkirchen nach, der - dies ist noch Vision auf der Basis einer angedachten private-public-partnership - eine Geschäftsstelle mit dem Aufgabenspektrum eines Kompetenzzentrums erhalten könnte. Und wir beteiligen uns auf europäischer Ebene an Projekten, von denen wir uns auf dem Weg zur Solarstadt (internationalen) Rückenwind erhoffen.
Perspektiven ergeben sich auch in weiteren Projekten der Stadtentwicklung: Das Stadtentwicklungsprojekt „Neues Stadtquartier Graf Bismarck“ soll die Anwendung von Solarenergie zum Standard haben, der Wissenschaftspark wird Sitz der Energieforschung Ruhr, in der Shell-Solarfabrik wird am morgigen Tage eine zweite Produktionslinie eingeweiht und auf dem Dach des neuen Verwaltungsgebäudes der Gelsenwasser AG wird derzeit eine neue Photovoltaik-Anlage errichtet.
Ich wünsche Ihnen, meine Damen und Herren, zwei ebenso sonnige wie Energie geladene Tage in der Solarstadt Gelsenkirchen.
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Rösener, Monika / Wilbrand, Friedhelm
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