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Handschin, Edmund, Prof. Dr.-Ing.

Universität Dortmund
Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik

Zukunftsenergien im Ruhrgebiet
Technologietransfer Forschung - Wirtschaft

08. Oktober 2003


Wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Innovationspolitik ist der effektive und rasche Technologietransfer von Wissenschaft in die Wirtschaft. Dazu stehen heute zahlreiche Organisationsformen zur Verfügung. Sie reichen von der Unternehmensgründung über institutionelle Forschungseinrichtungen bis hin zu internationalen Forschergruppen. Der Technologietransfer besteht in der Mediation zwischen Aufgaben und Lösungen. Wesentliches Element ist einerseits eine wirkungsvolle Vertragsgestaltung zwischen den Partnern und andererseits die Schaffung leistungsfähiger Strukturen für die rasche Umsetzung wissenschaftlicher Ergebnisse in der Praxis. Diese Umsetzung kann durch zahlreiche Maßnahmen wie Organisation von Tagungen und Messen wirkungsvoll unterstützt werden. Nicht unerwähnt soll dabei auch die Bereitstellung von Fördermitteln sein, um die Markteinführung neuer Ideen und Konzepte erfolgreich begleiten zu können. Die Umsetzung von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen in der Wirtschaft besteht aus einem vierstufigen Programm. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung liefern Konzepte und Modelle. Diese können in Prototypen erprobt und optimiert werden. Aufbauend auf Demonstrationsanlagen kann die Serienfertigung für die Markteinführung und den Vertrieb aufgebaut werden. In jedem Fall sind Rückkopplungen bis hin zu den wissenschaftlichen Grundlagen immer wieder erforderlich, da Verbesserungen in jedem Schritt dieser Wertschöpfungskette durchgeführt werden müssen. Der Technologietransfer kann als Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Wissenschaft verstanden werden. Wesentliche Voraussetzungen für den erfolgreichen Technologietransfer sind einerseits nationale und internationale Kontakte und andererseits ausreichendes Geistkapital in Form von Patenten und wissenschaftlichen Lösungen. Selbstverständlich sind ausreichend Investitionsmittel zur Verfügung zu stellen, um diese beiden Aufgabenbereiche abdecken zu können. Der Technologietransfer beinhaltet den Übergang von Grundlagenforschung über vorwettbewerbliche Projekte bis hin zu neuen Produkten und Systemen, die im nationalen und internationalen Wettbewerb Bestand haben. Bezüglich der erforderlichen Finanzierung ist die Grundlagenforschung im wesentlichen Aufgabe der öffentlichen Förderung. Je mehr die Ergebnisse in die Wirtschaft überführt werden wird es Aufgabe der Privatwirtschaft sein, die entsprechenden Vertriebs- und Marketingaufgaben zu übernehmen. Wichtige Voraussetzungen für den erfolgreichen Technologietransfer sind:

eine große Wissenslücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaftdie Akzeptanz neuer Konzepte durch die Wirtschaftgegenseitiges wirtschaftliches Interesse am Technologietransfer staatliche Förderung für den erfolgreichen Übergang aus der Grundlagenforschung in vorwettbewerbliche Produkte und Systeme.

Die bisherigen Überlegungen zum Technologietransfer werden anhand des Beispiels EUS GmbH Dortmund illustriert. Ein wesentliches Merkmal zukünftiger Energieversorgungssysteme ist das dezentrale Konzept, bei dem nahe am Verbraucher Energie in Form von Wärme und Strom zur Verfügung gestellt wird. Derartige Systeme erfordern eine leistungsfähige Kommunikationstechnik. EUS steht für Kompetenz im Bereich der Informationstechnik der dezentralen Energieversorgung und deckt die drei wichtigen Gebiete:

ProzessautomatisierungGutachten und Studien Anwendersoftware
kompetent ab. Als ein Beispiel soll auf das Geschäftsfeld “Prozessautomation” eingegangen werden. Hier geht es darum energienahe Prozesse zu steuern und ein datenbankbasiertes Energiecontrolling aufzubauen. Für die Leittechnik im Bereich des Energiemanagements bietet EUS leistungsfähige Lösungen an, die sich in der Praxis bestens bewährt haben.

 

Kurzbiographie

Universität Dortmund
Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik
Lehrstuhl für elektrische Energieversorgung
Emil-Figge-Str. 70
44227 Dortmund


1960 - 1965 Studium der Elektrotechnik an der ETH Zürich

1965 - 1968 Promotion am Imperial College of Science, Medicine and Technology, London

1969 - 1974 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Brown Boveri (heute ABB) Forschungszentrum in Baden/Schweiz

1974 - Universitätsprofessor an der Universität Dortmund und Inhaber des Lehrstuhls für Elektrische Energieversorgung

1988 - Vorsitzender des Zentrums für Beratungssysteme in der Technik (ZEDO e.V.)

1990 - Honorary Editor IEE (Institution of Electrical Engineers, London): Generation, Transmission, Distribution

1991 Gastprofessur an der Universität Tokio

1994 Gründung der EUS GmbH, Dortmund

2000 - Rektoratsbeauftragter der Universität Dortmund in einer Arbeitsgruppe zur interdisziplinären Koordination der Energiewissenschaften an den Ruhrgebietsuniversitäten Bochum, Dortmund, Duisburg und Essen

Haas, Holger / Hassmann, Klaus

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